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1. Was sind mögliche Ursachen für eine Schwerhörigkeit?

Es gibt verschiedene Arten von Schwerhörigkeiten.
Jede Art hat wiederum verschiedene Ursachen.

Eine Unterteilung wird nach dem Ort der betroffenen Stelle im Ohr vorgenommen. Es gibt:

Schallempfindungsschwerhörigkeit: die Schallverarbeitung im Innenohr und/oder im Hörzentrum des Gehirns ist gestört. Meist liegt ein Defekt an den Haarsinneszellen im Innenohr vor, verursacht durch z.B. Lärm, Medikamente oder Röteln in der Schwangerschaft.

Kombinierte Schwerhörigkeit: Kombination aus Schallleitungs- und Schallempfindungsschwerhörigkeit

1 bis 3 von 1000 Kindern kommen in Deutschland mit einer schweren Hörminderung zur Welt, weitere 3-4 % sind mittelgradig oder leicht schwerhörig. Bei Hörstörungen von Kindern sind ca. je ein Drittel genetisch bedingt, erworben oder die Ursache bleibt ungeklärt.

Ihr Ohrenarzt bzw. Ihre Klinik für Pädaudiologie hat verschiedene Möglichkeiten um die Ursache bei Ihrem Kind festzustellen, um eine bestmögliche Therapie zu veranlassen.

2. Ich glaube mein Kind hört schlecht. Was muss ich tun?

Bei jeglichem Verdacht sollte ein Arzt aufgesucht werden. Dieser kann das Ohr untersuchen und feststellen, ob eine Beeinträchtigung vorliegt. Ist dies der Fall, wird kontrolliert, ob durch einen Paukenerguss (der durch eine Mittelohrentzündung entstehen kann) eine vorrübergehende Schwerhörigkeit vorliegt, oder ob das Hören permanent beeinflusst ist. In beiden Fällen wird eine schnellstmögliche Therapie eingeleitet.

Nur durch ein gutes Hörvermögen haben Kinder die Möglichkeit sprechen und verstehen zu lernen. Die Hörbahnen sind mit der Geburt zwar angelegt, müssen allerdings durch ausreichend Hörreize stimuliert werden, um optimal auszureifen.

Wenn eine Hörstörung vorliegt, muß diese zügig behandelt werden.

Selbst eine vorrübergehende Beeinträchtigung des Hörens, z.B. durch eine Mittelohrentzündung, kann die Entwicklung des Kindes stören.

Die Therapie angeborener Hörstörungen sollte aus diesem Grund möglichst innerhalb der ersten sechs Lebensmonate beginnen.

3. Verwächst sich die Schwerhörigkeit wieder oder kann man durch eine Operation die Schwerhörigkeit beheben?

„Verwachsen“ kann sich eine Schwerhörigkeit in dem Sinne nicht. Jedoch ist es erwiesen, dass durch das ständige Tragen eines Hörgerätes das Hören stimuliert wird, und somit ein nachlassen des Sprachverstehens entgegen wirkt.

Wichtig ist, dass Sie als Eltern zum Hörproblem Ihres Kindes stehen und es unterstützen. Ein Kind lernt nur, mit seinem Hörminderung umzugehen und ein Hörgerät zu akzeptieren, wenn auch seine Eltern dies tun. Darüber hinaus ist es sinnvoll, die Menschen, mit denen das Kind zu tun hat, über die Hörschwäche zu informieren. Ansonsten sind Kommunikationsprobleme mit allen sozialen Folgen, wie Schulschwierigkeiten vorprogrammiert.

Operationen sind nur möglich bei einer sog. Schallleitungsschwerhörigkeit. Bei dieser Form der Schwerhörigkeit wird der Schall bei der Übertragung bis zum Innenohr gedämpft.

Ob und in welchem Maße eine Operation bei Ihrem Kind durchgeführt werden kann, beurteilt Ihr HNO Arzt.

Bei den Schallempfindungsschwerhörigkeiten ist eine Operation nicht möglich, da die Schädigung an den Haarsinneszellen bzw. an der Weiterleitung des Hörnerv liegt und es z.Zt. keine Therapiemöglichkeiten zur Heilung gibt.

4. Was sind Anzeichen einer Schwerhörigkeit?

Heutzutage wird in den meisten Geburtskliniken direkt innerhalb der ersten Tag ein sog. „Neugeborenen Hörscreening“ durchgeführt. Ca. 95% der angeborenen Schwerhörigkeiten werden dabei entdeckt.

Um auch die restlichen 5 % der angeborenen Schwerhörigkeiten und die im Laufe des Lebens erworbenen Schwerhörigkeiten aufzudecken, sollten die Eltern die Reaktionen des Kindes beobachten. Die Anzeichen einer Schwerhörigkeit richtet sich nach dem Entwicklungsalters des Kindes.

Bei den U-Untersuchungen sollten Sie folgende Fragen beantworten können:

 

U3: 4. bis 6. Lebenswoche

  • Zeigt Ihr Kind ein verändertes Verhalten (z.B. Schreien, Lächeln, ruckartiges Schließen und Öffnen der Augen), wenn plötzlich laute Geräusche auftreten?
  • Reagiert Ihr Kind auf Zuspruch von der Seite der Eltern?
  • Lauscht Ihr Kind auf Fingerschnalzen und/ oder Rascheln mit Seidenpapier im Abstand von ca. 20 cm zum Ohr?
  • Sucht Ihr Kind mit Augenbewegungen nach der Herkunft vertrauter Geräusche?
  • Beginnt Ihr Kind gelegentlich zu lallen?
  • Wurde schon ein automatischer Hörtest bei Ihrem Kind durchgeführt?

U4: 3. bis 4. Lebensmonat

  • Bewegt Ihr Kind den Kopf in Richtung auf eine Schallquelle?
  • Haben Sie Ihr Kind ab und zu lachen gehört?
  • Wacht Ihr Kind im Halbschlaf auf, wenn jemand in das Zimmer tritt oder an das Bettchen herantritt?
  • Versucht Ihr Kind mit Ihnen in seiner „Sprache“ zu sprechen?
  • Zeigt das Gesicht Ihres Kindes Reaktionen auf den Zuspruch einer Bezugsperson, ohne diese Bezugsperson sehen zu können?

U5: 6. bis 7. Lebensmonat

  • Reagiert Ihr Kind auf Musik aus dem Radio, dem Fernsehn etc.?
  • Plappert oder babbelt Ihr Kind bereits mehrere verständliche Laute und befindet sich hierunter welche mit mehr als einer Silbe- z.B. dadada oder ähnlich?
  • Benutzt Ihr Kind seine Stimme, um auf sich aufmerksam zu machen?
  • Zeigt Ihr Kind eine deutliche Unruhe beim Auftreten unbekannter Geräusche?
  • Beachtet Ihr Kind die Unterhaltungen anderer Personen?
  • Reagiert Ihr Kind auf Geräusche außerhalb des Raumes, in dem es sich gerade befindet?

U6: 10. bis 12. Lebensmonat

  • Versteht Ihr Kind ausgesprochene Verbote (z.B. „Nein!“, „Halt“ usw.)?
  • Folgt Ihr Kind einer Aufforderung, etwas zu tun?
  • Reagiert Ihr Kind auf Musik, indem es die Schallquelle sucht?
  • Reagiert Ihr Kind, wenn Sie es aus ca. 1 m Entfernung flüsternd ansprechen?
  • Spricht Ihr Kind verständlich zwei oder mehr Worte?
  • Hält Ihr Kind Plappermonologe als Ausdruck der Zufriedenheit ab, wenn es sich alleine im Raum befindet?

U7: 21. bis 24. Lebensmonat

  • Befolgt Ihr Kind flüsternd oder leise gesprochenen Aufforderungen, einen Körperteil (z.B. Nase, Auge, Fuß usw.) zu zeigen?
  • Reagiert Ihr Kind richtig auf die geflüsterte Aufforderung in das Ohr, ein Wort nachzusprechen, ein Spielzeug zu geben, zur Tür zu gehen usw.?
  • Erkennt Ihr Kind bekannte Geräusche (z.B. Auto der Eltern, Flugzeug, Tierlaute usw.)?
  • Kann sich Ihr Kind schon in seiner „Sprache“ mit anderen Kindern „unterhalten“?
  • Hört Ihr Kind eine Mücke summen?

U7a: 34. bis 36. Lebensmonat

  • Schnarcht Ihr Kind?
  • Hatte Ihr Kind bereits mehr als 3 Mittelohrentzündungen?
  • Hört Ihr Kind lauter als andere Familienmitglieder Musik oder macht es den Fernseher auffallend laut?
  • Haben Sie den Eindruck, Ihr Kind versteht sie gelegentlich nicht?

U8: 46. bis 48. Lebensmonat

  • Missversteht Ihr Kind häufig Anweisungen, wenn es dabei dem Sprecher nicht auf den Mund sehen kann?
  • Haben Sie den Eindruck, dass Ihr Kind normal gesprochene Worte teilweise nur mühsam versteht und seine Konzentration beim Zuhören nachlässt?
  • Wird Ihr Kind von anderen Kindern beim Spielen ausgeschlossen, weil es sich mit seinen Spielgefährten nicht ausreichend sprachlich verständigen kann?
  • Findet Ihr Kind wenig Kontakt mit Spielgefährten, spielt es lieber alleine?
  • Erkennt Ihr Kind mit großer Sicherheit bekannte Geräusche (z.B. Öffnen des Garagentores, Mototgeräusche vom Auto der Eltern usw.)?

Jedes Kind hat sein eigenes Tempo in dem es sich entwickelt. Einige Kinder brauchen trotz normalen Gehör etwas länger um die gleichen Reaktionen oder Fähigkeiten zu besitzen im Vergleich zu Gleichaltrigen.
Bei den geringsten Anzeichen ist Vorsicht besser als Nachsicht. Lassen Sie lieber einmal mehr das Gehör Ihre Kindes kontrollieren, als das ein Hörverlust unendeckt bleibt.

5. Welche Arten von Hörgeräten gibt es?

Je nach Art und schwere des Hörverlustes hat man verschiedene Möglichkeiten von Hörgeräten. Die häfigste Variante ist die Versorgung mit Geräten hinter dem Ohr, den HDO Geräten. Dazu zählen auch die sog. offenen Versorungen, die bei alteren Kinder mit eingesetzt werden können.

Bei der offenen Versorgung wird zwischen sogenannten Dünnschlauchsystemen und Hörsystemen mit ausgelagertem (externem) Hörer unterschieden. Beiden Systemen gemein ist die minimale Beeiflussung der natürlichen Gehörgangscharakteristik.

Die offene Versorgung bietet wesentliche Vorteile für die Versorgung: Das natürlich vorhandene Hörvermögen bleibt erhalten und wird durch das Ausgangssignal des Hörsystems ergänzt. Die leistungsstarke Technik sitzt unauffälliger denn je hinter dem Ohr.

 

Schallschlauchsysteme

Bei der Anpassung eines Hörsystems der offenen Versorgung wird lediglich ein winziger Schallschlauch in den Gehörgang gesetzt, um die natürlichen Gegebenheiten des äußeren Gehörgangs weitestgehend zu erhalten. Der Träger erlebt durch den freien Gehörgang einen größtmöglichen Tragekomfort. Das natürliche Hörempfinden und das Richtungshören werden wiederhergestellt bzw. bleiben erhalten.

 

Für nahezu alle Fälle geeignet: externe Hörer

Durch den Einsatz von Hörsystemen mit ausgelagertem Hörer bleibt die offene Versorgung erhalten, jedoch wird der Schall im Gehörgang, also im kleineren Restvolumen erzeugt. Es wird weniger Grundverstärkung benötigt und der Klang ist natürlicher.

Hörsysteme der offenen Versorgung sind für nahezu alle Arten von Hörminderungen geeignet. In Verbindung mit einer Spezial-Otoplastik können je nach System auch hochgradige Schwerhörigkeiten korrigiert werden.

Bei älteren Kindern besteht auch die Möglichkeit, die Technik nur im Ohr zu tragen, den sog. IO Geräte.
Welche Geräte für ihr Kind geeignet wären, wird in einem persönlichen Beratungsgespräch geklärt.

Unabhängig von der Bauform, gibt es verschiedene technische Ausführungen. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen, im Vergleich zu den Erwachsenen Versorgungen, einen höheren Zuschuss. Damit ist eine komfortablerer Technik schon zum Kassensatz zu bekommen.

Bei Kleinen Kindern ist ein weiches Ohrpassstück wichtig, dass sich flexibel an die Ohrmuschel anpasst. Die Hörgeräte und die Ohrstücke lassen sich nach herzenslust farblich gestalten, damit die Kleinen Ihre „Superlauscher“ individuell gestalten können.
Es gibt neben den klassischen Hörgeräten auch die Sonderversorgungen wie. z.B. die Knochenleitungshörgeräte und die CI`s (implantiertes Hörgerät).

Je nach Art und schwere des Hörverlustes gibt es verschiedene Hörgeräte. Bis zum Alter von 14 Jahren werden in der Regel HdO (Hinter-dem-Ohr)-Hörgeräte angepasst, danach ist auch die Anpassung von IdO (In-dem-Ohr)-Hörgeräten möglich.

Bei Kleinkindern verwenden wir nur weiche Ohrpass-Stücke, die sich flexibel an die Ohrmuschel anpassen. Die Hörgeräte und Ohrstücke lassen sich nach herzenslust farblich gestalten, damit die Kleinen Ihre „Superlauscher“ auch wirklich gern tragen. Die Geräte verfügen über einen Audio-Eingang, sodass Radio, Fernseher oder FM-Anlagen angeschlossen werden können. Außerdem ist bei den Kleinkind-Geräten das Batteriefach besonders gesichert, um ein Entnehmen bzw. Verschlucken zu verhindern. Für Sport und Spiel gibt es zusätzliche Sicherungsmöglichkeiten, damit die Geräte nicht verloren gehen.

Für ältere Kinder und Jugendliche sind auch Hörgeräte mit externem Hörer geeignet. Das Mikrofon befindet sich weiterhin im HdO-Gehäuse, der Hörer sitzt jedoch im Gehörgang. Dadurch kann das Hörgerät kleiner, unauffälliger und ästhetisch ansprechender gestaltet werden.

6. Wie teuer ist ein Hörgerät?

Ein HNO-Arzt oder eine Klinik für Pädaudiologie stellt bei entsprechender Diagnose eine Verordnung für eine Hörgeräteversorgung aus. Damit ist gleichzeitig die Vorraussetzung für eine Kostenübernahme der gesetzlichen Krankenkassen geschaffen.

Bei Vorlage der ohrenärtzlichen Verordung klären wir die Kostenübernahme und Abwicklung mit Ihrer Krankenkasse für Sie.

Die Krankenkassen haben in der Regel Festbeträge definiert, die sie zu den Hörgeräten bezahlen. Diese sind bei Kinderversorgungen höher als im Vergleich zu Erwachsenen-Geräten. Durch den höheren Zuschuss ist eine verbesserte Technik garantiert, die besonders bei Kindern enorm wichtig ist.

7. Muss mein Kind zwei Geräte tragen?

Im Kindesalter steht die Hörbahnreifung im Vordergrund. Wenn bei beiden Ohren eine Hörminderung vorliegt, sollte auch beidseitig versorgt werden. Dies führt in der Regel zu einem besseren Sprachverständnis bei Nebengeräuschen. Zusätzlich profitieren Kinder, genauso wie Erwachsene, vom räumlichen Hören und auch das Richtungshören kann verbessert werden.

8. Wie häufig kann mein Kind neue Hörgeräte bekommen?

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen ca. alle 4-5 Jahren die Kosten für ein neues Hörgerät.

9. Kann mein Kind in einen Regelkindergarten/in eine Regelschule gehen?

Dies ist abhängig vom Entwicklungsstand des Kindes und dem Grad der Hörminderung. Bei den meisten Kindern ist ein Besuch in einem Regelkindergarten bzw. eine Regelschule keine Schwierigkeit. Um die Erzieher/innen und Lehrer/innen optimal in allen Lagen verstehen zu können, gibt es sogenannte FM-Anlagen. Diese Funksystemen bestehen aus einem Sender, mit dem die Stimme des Lehrers aufgenommen und drahtlos an den kleinen Funkempfänger der Hörgeräte des Kindes gesendet wird.

Zusätzlich ist durch die Inklusion eine Betreuung von integrativen Kinder durch eine spezielle Fachkraft möglich.

10. Gibt es Zusatzanlagen die mein Kind nutzen kann, um die Verständigung zu optimieren?

Selbst mit den besten Hörgeräten können in bestimmten Situation Verständnisschwierigkeiten auftreten. Hierzu gehört die Kommunikation über eine größere Distanz wie in der Schule, Kindergarten, beim Fernsehn/ PC oder auch auf dem Spielplatz. In diesen Situationen wird die Kommunikation durch den Einsatz eines Funksystems erleichtert.

Ein Funksystem für Hörgeräteträger besteht aus einem Sender, mit dem die Stimme des Sprechers aufgenommen und via „Radiowellen“ drahtlos an den kleinen Funkempfänger gesendet wird, der am persönlichen Hörgerät angeschlossen ist.

Hörgeräte Kids Menden Neumarkt 7b, 58706 Menden
Tel. 02373 9380-23, Fax: 02373 9380-24, kids.menden@dirks.de
Hörgeräte Kids Arnsberg Neumarkt 7, 59821 Arnsberg
Tel. 02931 8028-370, Fax: 02931 8028-371, kids.arnsberg@dirks.de
 
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